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Ganzheitliche Tinnitus-Behandlung in Nürnberg – Akupunktur & TCM

Grundlegendes

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Geräuschwelt stark verändert. Waren es früher natürliche Geräusche, die der Mensch wahrgenommen hat, so sind es heute meist künstlich erzeugte Geräusche, die auf Ohr und Mensch einwirken. Wir hören ständig das Brummen von Computern, die vorbeifahrenden Autos, das Geräusch von Lüftungs- und Klimaanlagen, das Gerede der Menschen und das Klingeln und Tönen der Telefone.

Diese Reizüberflutung überfordert Ohr und Mensch, erzeugt Stress und aktiviert das sympathische Nervensystem. Da wir unsere Ohren nicht aktiv verschließen können, sind diese den äußeren Geräuschen schutzlos „ausgeliefert“.

Um sich von der Reizüberflutung zu befreien, müsste der Mensch taub werden, was wiederum für das Leben gefährlich werden kann, da unsere Ohren auch Gefahren wahrnehmen müssen, um zu überleben. So ist es aus psychosomatischer Sicht möglich, dass sich der Körper schützt, indem er andere Klänge und Geräusche in Form eines Tinnitus „vorschiebt“.

Was ist Tinnitus?

Als Tinnitus werden Ohrgeräusche bezeichnet, die der Betroffene wahrnimmt, ohne dass es einen äußeren Ursprung für dieses Geräusch gibt. Es gibt beim Tinnitus viele verschiedene Geräusche:

  • Pfeifen
  • Klingeln
  • Rauschen
  • Bienensummen
  • Wasserplätschern
  • Maschinengeräusche
  • Metallene Geräusche
  • u. v. m.

Die Lautstärke reicht von leise und meist tagsüber nicht wahrnehmbar bis hin zu hohen, pfeifenden Geräuschen, die den Menschen stark belasten. Bei einigen Formen des Tinnitus ist die Hörfähigkeit vermindert.

Besteht der Tinnitus länger als drei Monate, so spricht man von einem „chronischen Tinnitus“.

Ursachen für Tinnitus

Die Ursachen für Tinnitus sind zahlreich. Mögliche Ursachen sind z. B.:

  • Lärmexposition, z. B. Knalltrauma
  • Hörsturz
  • Ohrerkrankungen
  • Stress
  • Störungen der Halswirbelsäule
  • Muskelverspannungen im Hals- und Nackenbereich
  • Störungen des Kiefergelenks, z. B. Zähneknirschen
  • Bluthochdruck

Folgen von Tinnitus

Ein chronischer Tinnitus vermindert die Lebensqualität und kann

  • Schlafstörungen
  • Ängste
  • Depressionen

hervorrufen.

Tinnitus aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet Tinnitus als energetisches Ungleichgewicht. Man unterscheidet Fülle- und Leere-Muster.

Fülle-Muster bei Tinnitus

Die Fülle-Muster beziehen sich vor allem auf den pathogenen Faktor Hitze. Hitze ist rot, heiß und geschwollen. Dies deutet in Bezug auf das Ohr auf eine Mittelohrentzündung (Otitis media) hin.

Jedoch betrachtet die Traditionelle Chinesische Medizin den Menschen und dessen Erkrankungen als ganzheitliches System. So können wir den pathogenen Faktor Hitze auch auf

  • energetisch „heiße“ Nahrungsmittel, z. B. scharfe Gewürze, rotes Fleisch, Kaffee und Alkohol
  • „hitzige“ Emotionen, z. B. Wut und Zorn

übertragen, die sich auf das Ohr auswirken.

Leere-Muster bei Tinnitus

Leere-Muster treten meist als Qi- und Blut-Mangel (schlechte Durchblutung der Ohren) oder einer Nieren-Schwäche auf.

Die Niere speichert die Essenz, die Konstitution oder Grundkraft des Menschen. Diese nimmt im Laufe des Lebens durch den natürlichen Alterungsprozess ab und die Körperfunktionen werden allmählich schwächer.

Eine chinesische Redewendung sagt:

„Die Ohren sind die Öffner der Niere.“

Bei einer Schwäche der Nieren werden die Ohren nicht genügend versorgt und es kommt zu

  • Tinnitus, welcher leise ist und tagsüber nicht wahrgenommen wird
  • Schwerhörigkeit

Akupunktur bei Tinnitus – Therapie gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die TCM bietet einen ganzheitlichen Ansatz für die Therapie von Tinnitus. Ziel ist es, das energetische Ungleichgewicht zu behandeln, damit die Lebensenergie Qi wieder frei fließen kann.

In meiner Praxis hat sich die Akupunktur-Behandlung bei Tinnitus bewährt.

Behandlungsablauf der Akupunktur bei Tinnitus

Zu Beginn der Tinnitus-Behandlung mit Akupunktur wird eine ausführliche Anamnese inkl. Untersuchung von Zunge und Puls nach den Gesichtspunkten der TCM durchgeführt.

Die Informationen aus Anamnese und Untersuchung werden auf die Symptomatik des Tinnitus bezogen und ausgewertet. Daraufhin kann das energetische Ungleichgewicht, das sogenannte „Muster“, bestimmt und die spezifischen Akupunkturpunkte für die Behandlung ausgewählt werden.

Die Akupunkturpunkte werden gestochen und verbleiben bei chronischem Tinnitus 20 Minuten im Körper. Die einzelnen Akupunktursitzungen werden ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt.

Bei chronischem Tinnitus sind 10–20 Behandlungen notwendig. Bei akutem Tinnitus reduziert sich die Zahl der Akupunkturbehandlungen.

Begleitende Behandlung von Hals, Nacken und Kiefer

Begleitend können verschiedene Akupunkturpunkte und Muskeln im Hals- und Nackenbereich geschröpft, geschabt oder massiert werden, um dortige Verspannungen zu lösen.

Lokale Verspannungen im Hals- und Nackenbereich sowie Blockaden der Halswirbelsäule können die Ursache von Tinnitus sein oder diesen ungünstig beeinflussen.

Durch eine gezielte Behandlung dieser Körperbereiche wird das Ohr unterstützt und dessen Durchblutung und Entgiftung gefördert.

Gezielte Körperübungen und Dehnungen für Hals, Nacken und Kiefergelenk können die ganzheitliche Therapie bei Tinnitus unterstützen.

Fallbeispiel aus der Praxis: Tinnitus und Akupunktur

Herr Karl ist 47 Jahre alt und klagte über Tinnitus, der seit 10 Monaten vorhanden war. Das Geräusch war pfeifend und sehr laut. Er hörte das Geräusch auf beiden Seiten. Das rechte Ohr war stärker betroffen.

Ihn begleitete ein leichter Schwindel. Stress und emotionale Belastungen verstärkten den Tinnitus. Herr Karl trank jeden Abend ein Bier, trank gerne Kaffee und rauchte.

Nach einer ausführlichen Anamnese zeigte der Zungenbefund eine Rötung der Ränder. Der Puls war schnell.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen die roten Zungenränder und der schnelle Puls für den pathogenen Faktor Hitze.

Die Hitze wandelt sich nach einiger Zeit in Feuer um. Dieses Feuer greift die Leber an und steigt, wie die Flammen des Feuers, nach oben. Dies bezeichnet die TCM als „Leber-Feuer“.

Leber und Gallenblase beeinflussen u. a. die seitlichen Körperbereiche, da die Gallenblasen-Leitbahn seitlich vom Auge über das Ohr und die Außenseite des Körpers nach unten zum Fuß verläuft.

Das Ziel der Therapie mit Akupunktur war es, die Hitze zu beseitigen und das Leber-Feuer zu reduzieren.

Die Hitze kommt vor allem durch den Verzehr von Alkohol („Feuerwasser“) und das Rauchen („Glimmstängel“) in den Körper. Herr Karl wurde angewiesen, den Konsum von Alkohol und Zigaretten deutlich zu reduzieren.

Ein weiterer Grund für den Tinnitus war der emotionale Stress. Manche Lebensthemen brachten ihn, wenn diese thematisiert wurden, zur „Weißglut“.

Begleitend zur Akupunktur wurden entspannende Maßnahmen empfohlen.

Die Therapie wurde über zehn Akupunktursitzungen, einmal pro Woche, durchgeführt. Der Tinnitus reduzierte sich und die Lebensqualität stieg wieder an. Emotionale Belastungen konnten durch Entspannungsübungen besser verarbeitet werden.

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